Warum es therefore wichtig ist, dass Menschen mit Behinderung sexy TikTok-Challenges teilen


Warum es therefore wichtig ist, dass Menschen mit Behinderung sexy TikTok-Challenges teilen

Von #Bussit uber #Silhouette – TikTok-Trends verandern die Art und Weise wie Menschen mit Behinderung und ihre Sexualitat von der Gesellschaft gesehen werden. Endlich.

Taglich werden unsere Social-Media-Feeds mit neuen TikTok-Challenges uberflutet. Die spannendsten Clips sind dabei immer jene, die tradierte Rollenmuster verandern. Wie beispielsweise Menschen mit Behinderung, die sich auf Trends wie #Bussit oder #Silhouette setzen und damit zeigen, dass sie genauso sexy sind wie nicht behinderte Menschen.

Bei der #Bussit-Challenge nehmen die TeilnehmerInnen zwei Videos auf: eines im Gammel-Look und ein weiteres im sexy Dress. In letzterem wird dann zum Song “Buss It” getwerkt. Die #Silhouette-Challenge funktioniert ahnlich: UserInnen zeigen sich zunachst ganz normal angezogen und lassen danach die Hullen bis auf die Unterwasche dropped, manche zeigen sich sogar tatsachlich nackt in verschiedenen erotischen Posen. Allerdings sorgt dabei roter that is ein dafur, dass keine nackte Haut zu erkennen ist.

Personen mit Handicap wurden und werden noch immer desexualisiert. Auch in den Medien werden sie meist als asexuell und passiv dargestellt. Die TikTok-Videos konnten so ein Tor zu mehr Inklusion offnen.

Werden in den Mainstream-Medien dann doch einmal Behinderte gezeigt, hinkt oft die Reprasentation. Dieses falsche Bild wirkt sich auf gesamte that is unsere aus. Das bestatigt die Aktivistin und Autorin Laura Gehlhaar. Die Rollstuhlfahrerin setzt sich fur mehr Inklusion ein und ist seit uber funf Jahren mit ihrem nicht behinderten Partner zusammen. “Es kommt schon mal vor, dass uns Leute komisch oder mitleidig anschauen – oder mein Freund fur meinen Betreuer gehalten wird”, erzahlt sie. “Er wird als der Hero und Fursorgliche angesehen, nur weil er mit einer Behinderten zusammen ist. Aber er ist mein Partner, nicht mein Pfleger. Ich bin genauso fursorglich. Wir sind ein Team, da gibt es Starkeren that is keinen.

Laura Gehlhaar

“Ein behinderter Mensch zu sein, dem seine sexuellen Bedurfnisse abgesprochen werden – das ist eine Erfahrung that is grausame” wei? Francine Sharrocks, die Sexualassistenz fur Menschen mit Behinderung anbietet. Es ist also lange uberfallig, diesen jahrhundertealten und internalisierten Ableismus aus unseren Kopfen zu verbannen. Besonders wenn guy bedenkt, dass laut Sozialministerium alleine in Osterreich rund 13 Prozent der Bevolkerung mit einer “korperlichen Beeintrachtigung der Beweglichkeit” leben.

Eine benaughty Gutscheincode TikTok-Challenge erscheint bei der Bekampfung dieser Vorurteile fast belanglos, doch ist sie tatsachlich ein entscheidender Schritt, um die Stereotype behinderter Menschen zu zerschlagen.

Um zu verstehen, warum es so wichtig ist, dass einige behinderte Menschen auf TikTok sexy Videos teilen, mussen wir erst lernen, warum sie uberhaupt so oft als nicht-sexuelle Menschen betrachtet werden. “Bei uns Menschen that is werden mit systematisch ausgeschlossen, indem sie auf Sonderschulen oder Forderschulen gehen, sie arbeiten in Behindertenwerkstatten und mussen in Wohnheimen untergebracht werden”, sagt Gehlhaar. Ein Leben in der Mitte der Gesellschaft ist so nicht moglich. Das wiederum schafft Missverstandnisse und Hemmungen zwischen Personen mit und ohne Behinderung.

Fehlende Inklusion in der Gesellschaft

“Die Unsicherheit kommt daher, weil diese Leute in ihrem Alltag nie mit Menschen mit Behinderung in Beruhrung gekommen sind. Das hangt damit zusammen, dass Kinder getrennt und nicht zusammen eingeschult oder that is werden inklusive Kindergarten gehen”, therefore die Aktivistin gegenuber dem Kurier. “Das ist traurig. Wenn man als Kleinkind damit gro? geworden ist, dass es verschiedene Behinderungen gibt, kennt man sich aus und wei?, wie man damit umgeht – ohne Unsicherheit. Deshalb ist es so wichtig that is unglaublich dass alle zusammen aufwachsen und miteinander leben.”

Kaley Roosen

In einem Interview mit HG fasst es die Klinische Psychologin Kaley Roosen aus Toronto so zusammen: “Menschen mit Behinderung werden oft als asexuell angesehen, weil sie allgemein noch immer als vollwertiger that is nicht der Gesellschaft gelten.” Roosen ist gehbehindert: “Ich hatte zum Beispiel Angst, meinen Stock beim ersten Date zu benutzen, weil ich befurchtete, dass potenzielle Partner mich sofort desexualisieren wurden”, schreibt die Psychologin auf Twitter. Dies sei eine direkte Konsequenz mangelnder Reprasentation in den Medien und der Gesellschaft.

Social Media als inklusive Plattform

Erotischere TikTok-Challenges bieten behinderten Menschen die Moglichkeit, ihre Sexualitat auf positive und kontrollierte Weise zu feiern. Ein kann that is 30-Sekunden-Video ein wichtiger Schritt sein, um Vorurteile uber behinderte Menschen abzulegen – innerlich sowie au?erlich: “TikTok und andere Social-Media-Plattformen bieten behinderten Menschen sichere Raume, um ihre Sexualitat auf gesunde Weise zu erkunden”, so die Psychologin. Eine individual mit einem ahnlichen Korpertyp, einer ahnlichen Identitat, einem ahnlichen Hilfsmittel oder einem ahnlichen Gesundheitszustand zu sehen, die ihre Behinderung annimmt und “Ich bin sexy, ich container selbstbewusst” in die Kamera sagt, kann einen enormen Unterschied machen. “Diese Videos konnen helfen, nicht langer die verinnerlichte gesellschaftliche Botschaft zu glauben, nicht gut genug zu sein. Sie geben ein Gefuhl der Hoffnung und des Optimismus fur die eigene Zukunft”, wei? Roosen.

In einer ableistischen Welt behindert zu sein bedeutet, einen standigen Krieg zu fuhren, um selbstbewusst und selbstbestimmt leben zu konnen. Indem Menschen mit Handicap ihre Behinderungen mit kompromissloser Sexualitat annehmen, ebnen sie anderen den Weg, sich mit ihrer sexuellen und behinderten Identitat auseinanderzusetzen. Diese Videos zeigen, dass Menschen mit Behinderung in der Mitte der Gesellschaft leben und lieben. Auch, wenn es dauern that is noch, bis das die Allgemeinheit endgultig versteht.


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